9 Tage Rumänien- Engel für Hunde und Metanoia

Ein Tagebuch von unserer Sara, der Präsidentin von Metanoia Tiernothilfe über unsere Zeit von 24.03.- 03.04.2018


Tag 1

Bereits gestern haben sich Sara von Metanoia und Kiki von den Engeln für Hunde auf den Weg nach Galati/Rumanien gemacht.

Das restliche Team wird die beiden dann ab nächsten Donnerstag weiter begleiten.

 

Der erste arbeitsreiche Tag begann heute schon recht früh, aber die Müdigkeit war bei der herzlichen Begrüßung von all unseren Hunden im Casa Noroc rasch vergessen.

Es wurde gekuschelt, gestreichelt und herumgebot, die ein oder anderen Kandidaten wurden etwas genauer unter die Lupe genommen, da sie bereits ernsthafte Interessenten haben.

 

Daher durfte Dina gleich mit in den Mietwagen steigen und bei einem kleinen Zwischenstopp bei Laura (eine Tante von Bianca) gleich beweisen, dass sie in ein Zuhause mit Katzen vermittelt werden kann.

Dort befinden sich außerdem noch zwei klein Hunde, die auf der Strasse verletzt gefunden wurden und einige Welpen, die irgendwo im nirgendwo ausgesetzt gefunden wurden.

 

Auf direktem Weg ging es nun zu unserer Welpen- und Kleinhundepflegestelle in die Peripherie von Galati zu Biancas Tante Gabi und deren Familie. Sara und Kiki wurden herzlich begrüßt und vor der geplanten Wanderung auf die Hügel durften die beiden Frauen noch bei einem tollen Essen ihre Kraftreserven auffüllen. Unsere ganze Hundemeute war dann am Nachmittag auf Wanderschaft und tollte fröhlich und ausgelassen auf den Hügeln umher. Wir sind beeindruckt, wie toll sozialisiert alle Hunde dort sind“ die beste Vorbereitung auf dein Leben in einem neuen Zuhause, dass wir uns vorstellen können.

 

Auf der Rückfahrt zum Casa Noroc haben Sara und Kiki noch eine ganze Hundefamilie gefunden - ein Welpe mit vermutlich einem Bruch, die sie sofort holen wollten, nachdem Dina wieder wohlbehalten im Casa Noroc angekommen war.

 

Im Casa Noroc allerdings gab es einen Notfall: Einer von Nelu´s Hunden lag schwer atmend im Garten, es waren keine äußereren Verletzungen zu erkennen, warum er direkt zu unserer Tierärztin gebracht wurde, die extra für uns am Sonntag aufgeschlossen hat. Leider konnten wir den ca. 8-9-jährigen Rüden nur noch erlösen, da er geplatzte Zysten im Bauchraum hatte sowie an Nierenversagen litt. Solche Momente schmerzen unglaublich, aber auch dies ist wertvolle Tierschutzarbeit. Erlösen, um einen schmerzvollen und quälenden Todeskampf zu vermeiden.

Um sich zu sammeln und alles verarbeiten blieb aber nicht lange Zeit, die Hundefamilie musste noch vor Anbruch der Dämmerung gefunden werden und die beiden Frauen haben es geschafft! Die Mama ist mit ihren drei Welpen in Sicherheit.

 

Und nun neigt sich der Tag dem Ende zu und was könnte da besseres passieren, als dass unser Leo mit einem selbst zubereiteten 3.Gänge Menü bei Sara und Kiki an die Hotelzimmertür klopft? So klingt der erste der 10 Tage in Galati langsam aus. 


Tag 2

Um 10:30 hatten wir einen Termin um Lola, unserem Neuzugang, beim Röntgen. Sie hat einen Femurkopfbruch den wir operieren lassen müsen.

Danach waren wir im Casa Noroc und haben Popcorn eingesammelt, der sich mit Eddy geprügelt hat (kleine Jungs mit Napoleonkomplex unter sich ð) und brachten ihn zu unserer Tierärztin. Die Wunde sah schlimmer aus als das sie in Wirklichkeit ist. Alles ok und in ein paar Tagen ist er wie neu.

 

Unsere ganze Hundefamilie haben wir auch gleich durchchecken lassen und sie sind alle gesund (bis auf den Bruch).

Danach haben wir 2 (Besitzer)hunde zum kastrieren abgeholt.

Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung für unsere geplante Einfangaktion. Es ist kühl und vorallem hat es den ganzen Tag stark geregnet. Das Wetter ist uns zwar egal, aber die Hunde lassen sich nicht gross blicken und man kann sie nach der Kastration auch nicht freilassen.

Wir hoffen das Wetter wird ab morgen besser.

 

Wir sind aber noch 3h durch Galati gefahren und haben uns nach Hotspots für zukünftige Kastrationsaktionen zu erfahren, uns die Nummern geben lassen haben um auch nach unserem Besuch Hunde einzufangen, zu kastrieren und wieder zurück zu bringen. Die meisten Leute sind sehr kooperativ und sind froh wenn man Streuner kastriert, sodass es nicht noch mehr Hunde werden.

 

Unser Tag heute war zugegebenermaßen nicht mega produktiv, wir saßen viel im Auto aber wir setzen auf die Gespräche (welche wir mit Händen und Füssen sowie einigen Brocken notdürftigem Rumänisch meisterten) Hoffnung auf viele zukünftige Möglichkeiten Industriehunde kastrieren zu können.

 

Den Abend verbrachten wir mit unserer Hundefamilie im Apartment. Die Welpen heissen nun Lola, Lupo & Luigi die Mamma sucht noch einen Paten und möchte gerne von diesem getauft werden. Sie hat sichs direkt nach Ankunft in einem Koffer gemütlich gemacht und war dankbar nun Babysitter zu haben, welche ihrer Rasselbande hinterher räumen‚ sie holt glaube ich grad den Schlaf der letzten Jahre nach. Man merkt ihr deutlich an, dass sie uns jetzt vertraut und sich fallen lassen kann. Gestern war sie noch sehr auf der Hut und hat uns nicht aus den Augen gelassen. Es ist immer wieder faszinierend und schön aber auch traurig diese Hunde das erste Mal in ihrem Leben tief schlafen zu sehen. Nicht immer mit einem offenen Auge schlafen zu müssen und sich einfach gehen lassen zu können.


Tag 3

Heute waren wir Hundefänger , allerdings die netten zum kastrieren! 

 

Das Wetter dazu war wirklich perfekt. Eitler Sonnenschein und 10 Grad. Um keine Verwirrung zu stiften werde ich den Tag in Phasen Nummerieren.

1. Wir haben Bianca im Cabinet (Tierarztpraxis) eingesammelt und durften unsere Hundefamilie im Gegenzug dalassen, denn 1 ganzen Tag im Auto geht einfach nicht. Und im Apartment unbeaufsichtigt wollten wir sie definitiv nicht lassen

2. wir sind zum Depozit gefahren, ein Industriegebiet in Galati mit unzähligen Hunden. Bianca kennt dort Marinelu, einen Obdachlosen, welcher am Rande des Industriegebiets wohnt und sich mit dem wenigen was er hat (also eigentlich gar nichts) auch noch um die Hunde kümmert.

 

Das Gelände hinter der Industrie ist zugemüllt, etwas was mir immer wieder kalt den Rücken runterläuft in Rumänien. Als wir auf der Suche nach Marinelu waren höten wir plötzlich Welpenschreie. Wir sind ihnen gefolgt und haben einen kleinen Rüden (4-5 Wochen alt) im Schnee gefunden, einfach weggeworfen wie der restliche Müll. Natürlich haben wir den kleinen Kerl gleich eingepackt und ja er ist nun mit uns im Apartment… Als wir dann Marinelu auf dem Gelände gefunden haben, hat er uns alle Hunde gezeigt, welche er kannte. Die Arbeiter dort haben uns absolut bereitwillig geholfen 2 Hündinnen zu fangen. Wir kamen unmöglich an die beiden ran, aber zu den Arbeitern (wir haben auch Wasser & Futterstellen gesehen) haben sie einen Bezug. 

Da unser Leo (der einen grossen Sprinter fährt) heute notfallmässig Welpen aus dem Ecosal nach Bukarest gefahren hat nicht mit dabei war, konnten wir natürlich mit unserer Boxe im Kofferraum nur scheibchenweise Hunde einfangen.

 

3. Die beiden Hündinnen haben wir im Cabinet abgeliefert und sind mit einer weiteren Transportbox auf dem Rücksitz bewaffnet (ja wir stehen nach dem Aufenthalt bestimmt auf der Blacklist des Autovermieters  ) wieder ins Depozit zurück um 2 kleine Mixe einzusammeln, welche wir schon vorher gesehen hatten. 1 leidet hochgradig unter Räude und einer Augenentzündung, sie bleibt noch 1-2 Tage im Cabinet und wird dann von Bianca, welche in der Nähe wohnt nachbehandelt. Sie ist sehr freundlich, was kein Problem sein wird. Ihre Freundin, welche 2 ganz schlimme Cherry Eyes hat, ist sehr scheu und wir hatten keine Chance sie zu kriegen.

Wir verschieben es wenn wir mit Leo zusammen fahren und Platz für unsere sehr grosse Hundefalle haben. Es hatte noch weitere Hündinnen dort, aber beim 2. Mal waren keine Arbeiter dort und für uns gab es keine Chance diese zu erwischen.

 

4. Mit der Räudehündin im Gepäck sind wir nach Combinat gefahren (ein Industriegebiet außerhalb Galatis, da kommt unsere Hundefamilie her) da haben wir schon am Sonntag unzählige Strassenhunde gesehen. Dort angekommen kam uns ein ganzes Rudel entgegen. Darunter 2 Hündinnen, welche irgendwo Welpen haben. Diese schieden für eine Kastration natürlich aus. Bianca versucht ihr Glück in 1-2 Monaten nochmals.

wir haben aber 1 Hündin und einen Räden erwischt, allerdings nur unter Beissen, was für Sara einen kurzen Krankenhausaufenthalt um 21 Uhr zur Folge hatte, vorallem ging es da aber um eine vergessene Tetanus-Impfung (ja ich weiß ein bisschen fahrlässig auf solchen Missionen ˜)

 

5. Räudehündin und die beiden neuen Hunde im Cabinet abgeliefert und wieder zurück nach Combinat. Dort haben wir ca. 60 Minuten versucht 4 Hündinnen an jeweils 2 verschiedenen Plätzen einzufangen. Sie nahmen zwar unser Lockmittel in Form von Fleischwurst dankend an, aber sobald man sich bewegt hat, flohen sie. Wir kommen mit der Falle auf jedenfall zurück! Wir haben mehrere Einfahrten angefahren aber entweder waren keine Hunde am Eingang (Zutritt nur mit Bewilligung! ) zu sehen oder sie sind sofort geflüchtet. Bei einer Einfahrt hatten wir allerdings Glück und eine super liebe Hündin sprang uns fast von selbst in den Kofferraum. Gleichzeitig erhielt Bianca einen Anruf vom Depozit, dass sich eine Hündin, welche wir am Morgen erfolglos versucht haben einzufangen nun einem Arbeiter in die Arme lief.

Also zurück ins Depozit und die auch gleich eingeladen und nun alle ins Cabinet.

 

Totale Ausbeute des Tages: 6 Hündinnen 1 Rüde und ein ausgesetzer Welpe. Alle Hunde, welche kastriert wurden, haben auch gleich eine Antiparasitika Behandlung sowie Entwurmung erhalten. Das hört sich nach nicht viel an, allerdings sind die Fahrtwege lang und da unser Mietauto nur begrenzt Platz hatte, konnten wir nur wenige Hunde aufs Mal einfangen.

Bei der letzten Fahrt stießen wir im Cabinet auf einen Mann mit wenigen Tagen alten Kätzchen, welche er in einer Mülltonne gefunden hatte und nicht wusste was er damit anfangen soll. Die Kätzchen wurden bereits bei Help Labus auf der Facebook Seite gepostet in der Hoffnung, dass sich eine Ammenmutter findet oder wer die Babies von Hand aufziehen möchte.

Wir haben zugesagt, dass wir im Falle des Falles auch diese bis allerspätestens nächsten Montag per Hand füttern können. Glücklicherweise fanden sich 2 Leute, welche jeweils 2 & 3 der Kätzchen einer Ammenmutter unterschieben wollen. Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und wir haben unsere Hundefamilie bei Madam Fulger abgegeben. Sie leben dort in einem Vorraum des Hauses und die Dame hat viel Zeit, welche vorallem Lola in Anspruch nehmen wird nach ihrer OP.

 

Übrigens: Lola, unser gefundener Welpe mit Femurkopf-Bruch wird am Freitag operiert und bleibt dann 3-5 tage in der Klinik. So sehr wir den Babies verfallen waren, wir sind froh diese Nacht wenigstens ein bisschen mehr als 2h schafen zu können.. UND JETZT DIE HIOBSBOTSCHAFT!! Unsere Tierärztin wurde am Ende des Tages sehr schwer von einer Katze gebissen und kann morgen unmöglich kastrieren. Wir hoffen Donnerstag gehts weiter...

Aber ganz klar: professionelle Arbeit und ihre Gesundheit gehen vor! Übrigens: neben unserer eigenen Einfangaktion haben wir auch noch 10-15 gratis Kastrationen zugesagt, welche auf einem Militärgelände stattfindet und von Adi gemanged wird. Auf dem Gelände sind keine Fotos erlaubt, deshalb haben wir nur Fotos von den Hunden bei unserer Tierärztin.

Nach getaner Arbeit ging es um 21 Uhr noch ins örtliche Krankenhaus um eine Tetanus Impfung für mich machen zu lassen. Ich wurde von einem der Hunde mehrfach in die Hand gezwickt. Schlimmer als die Bisse waren aber auf jedenfall die Eindrücke des Krankenhauses. Ich bin wieder einmal mehr als dankbar in einem Land wie der Schweiz wohnen zu dürfen...

 

So und jetzt ist es in Rumänien 01:00 und ich möchte nur noch was Essen, Duschen und schlafen gehen. Die letzten Tage hinterlassen ihre Spuren...


Tag 4

Heute Kurzfassung, es ist schon wieder 02:30 und morgen geht es früh raus.

Auch heute waren wir die nette Art von Hundeänger und haben Hunde in einem Industriegebiet zum kastrieren eingefangen. Diesmal mit Tranquiline bewaffnet, einem Gel (das man in was gutes packt, in unserem Fall Fleischwurst) und die Hunde dann ein bisschen "betrunken" macht. Es erleichtert das Einfangen der scheuen Hunde denn sie befinden sich nach 15-30 Minuten im Dämmerzustand.

Das Tranquiline haben wir von Help Labus abgekauft (6 Pasten für insgesamt 40EUR). Als erstes haben wir die Hunde vom Vortag im Cabinet abgeholt und jeweils zu den Plützen gebracht, wo wir sie zum kastrieren eingefangen hatten. 

Danach sind wir wieder ins Depozit gefahren und haben den Rest eines ganzen Rudels eingefangen, wo wir bereits gestern einen Teil davon mitgenommen hatten. Die Arbeiter dieser Firma waren echt wieder Goldschätze und haben uns beherzt geholfen. Die Hunde dieser kleinen Firma (es sind ca. 10) wurden irgendwann einmal angefüttert und die Firma hat somit für fast lau Wachpersonal angestellt. Es steht ein grosser Eimer Wasser bereit sowie auch Futterstellen & Hundehäuser. Wir konnten von dort 5 Rüden und 2 Hündinnen mitnehmen.

Gleich nebenan wohnt auch die kleine Hündin mit den beiden schlimmen Cherry Eyes. Sie ging uns prompt in die Lebendfalle. Inzwischen hat uns Corina von Help Labus angerufen ob wir unterwegs noch 2 weitere Hündinnen mitnehmen können, welche von den Anwohner bereits eingefangen wurden. Haben wir natürlich nicht nein gesagt.

 

Wir sind nach Combinat gefahren und dort erfolglos versucht die 4 Hündinnen von gestern per Lebendfalle zu fangen (Tranqulin an der Hauptstrasse wollten wir defintiv nicht einsetzen, nicht dass dann bei Misserfolg eine vors Auto läuft). Wir mussten erfolglos von dannen ziehen.

Also sind wir wieder zuäck zum Depozit gefahren und haben bei einer anderen Firma ein ganzes Rudel Hunde gefunden. Und uns traf der Schlag! Eine Hündin hatte 10 Welpen in einem Wurf. Mir wurde schlecht bei dem Gedanken, dass die Welpenzeit nun beginnt und die anderen 5 Hündinnen auch nochmals 10 Welpen werfen könnten.

Die laktierende Hündin schied natürlich für eine Kastration aus, Leo und Bianca versuchen ihr Glück in 1-2 Monaten nochmals bei ihr. Aber die 5 anderen Hündinnen sowie den Rüden wollten wir unbedingt kriegen. Wir verteilten schö¶n brav Fleischwurst mit dem Tranquilin bespickt. Und jetzt zeigte sich wieder Mal, dass Strassenhunde sehr robust sind und wenn sie nicht wollen, dann wollen sie nicht. Obwohl wir alles gaben. Wir haben nur eine einzige Hündin erwischt. Der Rest war zwar gut betrunken aber noch immer so wehrhaft, dass es schlicht zu gefährlich gewesen wä¤re diese versuchen zu einzufangen. Dies hat auch ein Arbeiter der Firma am eigenen Leib spüren müssen, welcher gut getacktert wurde als er zugriff. N

achdem ich bereits gestern dem lokalen Krankenhaus einen kurzen Besuch abstatten musste wegen eines Bisses, war ich heute defintiv nicht in Krankenhaus Laun

Wir kennen aber jemanden, der jemanden kennt, der wiederum einen Vet Tech mit Narkose Blasrohr kennt. Wir versuchen ihn nun zu kontaktieren, sodass wir vielleicht trotzdem noch Gück haben!

Ausbeute des Tages: 5 Rüden und 6 Hündinnen

Ein riiiiiesen Dankeschön an Bianca, welche mit ihren knapp 18 Jahren die ganze Aktion delegiert hat, unermüdlich am Übersetzen war, denn sobald man diese Hunde fangen will kommen entweder Schaulustige oder die Betreuer dieser Hunde, welche uns als allererstes gefragt haben ob wir offizielle Hundefänger seien und von der Stadt geschickt wurden. Bianca hat dann jeweils vermittelt, dass wir nur Volontäre seien, den Hunden nichts böses wollen und sie auch bestimmt zurückbringen am nächsten Tag.

Auch von Herzen Danke an Leo, der den ganzen Tag mit seinem Sprinter als Fahrer zur Verfügung stand! Ohne Menschen mit so großem Herzen vor Ort wäre dies alles nicht möglich!

 

Entgegen der gängigen Meinung, dass alle Rumänen Hunde hassen und Tierquäler sind konnten wir uns wieder einmal vom Gegenteil überzeugen. Die meisten haben gelernt mit den unzähligen Strassenhunden zu leben, sich einen Nutzen aus ihnen zu machen (Wachhunde) im Gegenzug dafür Futter, Wasser & Unterschlupf zu gewähren. Eine Win-Win Situation sozusagen. Morgen gehts weiter


Tag 5

Am Morgen früh sind wir zu einer Schiffswerft an der Donau gefahren, um dort einer Bekannten von Leo zu helfen, Hunde für die Kastration einzufangen.

Sie ist sozusagen Hundemamma und versorgt dutzende Rudel mit Essensresten. Besonders gefreut hat uns auch, dass einige Hunde bereits eine Metanoia Kastrationsohrmake trugen.

Diese wurden Mal an eine unserer früheren Kastrationskampagnen gebracht. Blöder war aber, das diese auch die zutraulichen, "lieben" waren für uns blieben die übrig, welche uns lieber Fressen wollten als mitzukommen 

Nur 2 konnten wir ohne Zickereien einpacken. Ohne Tranquilin wären wir am A.... gewesen. Was uns sehr erstaunt hat: Auf einem der Werkhafe hatten alle Hunde einen Namen von den Arbeitern gekriegt. Die Aktion verlief mehr als erfolgreich! #Bereits nach 2.5h mussten wir die Aktion "abbrechen", da uns die Transportkäfige ausgingen. Wir transportieren die Hunde nicht nur damit, die Hunde befinden sich auch nach der Narkose zum aufwachen darin, denn wie schon mal erwä¤hnt handelt es sich um keine Schosshündchen, sondern wilde Hunde.

 

Nachdem wir diese Hunde im Cabinet abgeliefert hatten, haben wir die Hunde, welche uns gestern in die Falle gingen mitgenommen und wieder auf das Industriegelände zurückgebracht, zu welchem sie gehören.

Danach gingen wir zum Kaufland und haben 250kg Trockenfutter för unsere Hunde im Casa Noroc gekauft. Im Casa Noroc gab es dann erstmal eine Kuschelstunde mit unseren Hunden. Unser Nelu kannte noch einen Nachbarn mit einer unkastrierten Mini Hündin, welche wir auch gleich eingepackt haben ð

Diese Tage war irgendwie anders. Kein unkastrierter Hund war vor uns sicher. Wir haben auch bemerkt, dass wir mit ganz anderer Sicht durch die Stadt fahren. Wenn wir einen Hund sahen, dann fiel der Blick als erstes auf die Ohren ob er eine Kastra-Ohrmarke trägt.

Wir haben die letzten Tage gemerkt, dieses Einfangen, Kastrieren & zurück bringen, das liegt uns!

Es ist zwar richtig anstrengend, geht an die Substanz, man ist von Kopf bis Fuss dreckig, aber es ist etwas produktives. Man sieht am Ende des Tages einfach ein Ergebnis. Man hat einen Beitrag zur Verminderung des Streunerleids geleistet. Für uns steht ganz klar fest, das war dieses Jahr bestimmt nicht das letzte Mal!

 

Uns hat Adi angerufen, welcher uns gestern auf 3 Hündinnen & 1 Rüden vor einem Supermarkt aufmerksam gemacht hatte. Wir haben diese aber leider nicht erwischt. Er fragte ob wir noch Tranquilin hätten, er würde gerne sein Glück probieren. Also sind wir zu ihm gefahren, haben erstmal einen warmen Kaffee und Sirup erhalten und sind einfach ein bisschen zusammengesessen.

 

Heute Abend sind dann Meli, Betti & Laura in Galati eingetroffen, welche nun die letzten 5 Tage mit uns verbringen werden. Auch wieder bei uns ist Lola, der Welpe unserer neuen Familie, welche morgen ihre OP haben wird. Morgen um 07:00 treffen Kiki & ich einen Vet Tech, ein Freund eines Freundes, der wiederum ein Freund von uns ist und ein Narkoseblasrohr besitzt. Er will uns helfen die restlichen 4 Hündinnen sowie den Rüden im Deposit zu erwischen.

Wish us luck! Danach sind unsere Einfangtage leider schon wieder vorbei

Allerdings ist das nicht schlecht, denn wir sind weit über unserem Kastrabudget!

Wir freuen uns daher unendlich über jede Kastrationsspende! In den nächsten Tagen werden wir eeendlich ins Ecosal gehen, viel Zeit unseren Hunden im Casa Noroc widmen und am Wochenende mit dem Bau des Spielplatzes bei unserer Pflegestelle in der Peripherie von Galati beginnen.

To be continued...


Tag 6

Der Tag heute beginnt früh- unsere Catch-&Release Aktion begann heute morgen bereits um 07:00 Uhr.

 

Wir hatten heute morgen glücklicherweise Untersützung von einem Bekannten eines Bekannten der uns auf der Einfangtour mit einem Betäubunggewehr erfolgreich geholfen hat, die schwer zugänglichen Hunde einzufangen. Wir haben uns schon nicht so wohl gefühlt, unsere Hilfestellung mit Hilfe eines Gewehrs zu erzwinge, aber wir denken daran, welche furchtbare Zukunft wir den Hunden hiermit ersparen werden.

Alle Hunde wurden zu unserer Tierärztin gebracht und kastriert, natürlich dürfen auch sie zurück an ihren angestammten Platz.

 

Kaum war die Einfangaktion beendet stand der erste Besuch im Public Shelter Ecosal an. Die ersten mal Momente waren wir das Highlight dort - kurz darauf prasselten die kompletten Eindrücke auf uns ein.

Wir machten uns auf die Suche nach den Hunden, die demnächst für uns ausreisen dürfen. Die Auswahl ist natürlich riesig, unsere Plätze sind jedoch begrenzt. Viele tolle Hunde - einfach weggeschlossen von der Welt mit wenig Chancen auf eine bessere Zukunft. Fär ein paar von ihnen können wir eine Chance bieten, aber viele werden ihr restliches Leben dort fristen.

Es gab mehrere Hunde mit Bissverletzungen, die nach Aufforderung sofort mit Bluespray behandelt wurden. Eine Hündin machte auf uns einen wirklich sehr schlechten Eindruck, sie haben wir direkt zur Tierärztin bringen lassen, konnten sie jedoch nur noch von ihrem Leiden erläsen. Auch das gehört zu unserer täglichen Arbeit dazu - ein Leben beenden um dem Hund weiteres Leid zu ersparen.

 

Wir gehen wie immer mit gemischten Gefühlen aus dem Ecosal- für viele, die bleiben tut es unglaublich weh, für die paar wenige, die die Chance erhalten freuen wir uns natürlich sehr.

 

Nach einem kurzen Zwischenstopp fürs Einkaufen zum Mittagessen ging es auf direktem Wege zu unseren eigenen Hunden ins Casa Noroc, wo wir überschwänglich begrüßt wurden. Popcorn, Mera, Bubble, Jenna und all die anderen hatten ihre Freude am Besuch von uns fünf Frauen in Begleitung von Leo, der regelmäßig ein willkommener Gast ist.

Nach ausgiebigen Kuschel- und Streicheleinheiten, etlichen Bildern und viel Zeit mit den Hunden haben wir uns auf den Weg zur Tierärztin gemacht um die Hunde, die gestern bereits kastriert wurden heute wieder in ihren angestammten Platz zurück zu bringen. Kaum im Hotel frisch gemacht machten wir uns schon wieder auf zum nächsten Termin- dem geplanten Treffen im Restaurant, was von Corina Grigore von Help Labus organisiert wurde

. Dort haben wir den Abend zusammen mit den Frauen von Tierhilfe SternenTiere und einigen Tierfreunden und Volunteers ausklingen lassen. Morgen geht es weiter..

wir halten euch auf dem Laufenden


Tag 7 und 8

Das Oster-Wochenende stand ganz im Zeichen unserer Pflegestelle bei Gabi und Bianca in der Peripherie von Galati.

Wir haben nun endlich auch einen Namen gefunden für unser Shelter! Es heisst nun Casa Micaübersetzt heisst es soviel wie "kleines Haus", denn wir haben dort vorwiegend unsere kleinen Hunde sowie Welpen untergebracht.

 

Am Samstag haben wir die ganze Halle einem gründlichen Frührjahresputz sowie einer kompletten Desinfektion mit Virkon S der Zwinger und allem darin unterzogen. Das war bei prallem Sonnenschein und schweren Hundehütten doch sehr schweisstreibend.

 

Die Einen haben geputzt und die Anderen haben begonnen die Halle zu bemalen sowie die Geräte für unseren Spielplatz im Freilauf zu streichen. Der Spielplatz sowie die Farben wurden vom Metanoia Vorstand privat getragen und nicht durch Spendengelder finanziert.

 

Am Sonntag haben wir Morgens Help Labus, ein grosses privates TIerheim in Galati mit ca. 800 Hunden, besucht. Dort haben wir auch gleich 3 kleine, seeehr alte Hunde eingepackt (., welche nun im Casa Mica auf ihre Adoption vorbereitet werden. Leider wurden 2 Hunde auf Herzwürmer positiv getestet. Help Labus vermittelt fast ausschließlich nur in Rumänien. Somit bleiben viele Hunde ihr Leben lang dort sitzen. Von den 3 Hunden war die Hündin bereits 8 Jahre dort und die beiden Rüden ca. 2 Jahre.

 

Am Nachmittag sind wir mit den 3 neuen Mitbewohnern ins Casa Mica gefahren und haben dort unseren Spielplatz fertig gebaut. So warm wie gestern war es leider nicht mehr. Es blies ein fieser Wind. Wir haben mit einigen Hunden noch an der Leine einen kleinen Ausflug auf die Hügel hinter dem Shelter unternommen.

Nachdem wir im Casa Mica fertig waren, haben wir noch einen kurzen Besuch im Casa Noroc gemacht, wo vorallem unsere grossen Hunde sind.

Dort haben wir noch einige bauliche Sachen besprochen und natürlich ausgiebig mit unseren Hunden geschmust


Tag 9

Der heutige Morgen führte uns zu allererst ins Public Shelter Ecosal.

Die schwierige Aufgabe stand uns bevor, einige wenige Hunde auszusuchen, die nun unsere leeren Plätze im Casa Noroc beziehen dürfen.

 

Es ist unglaublich schwer vor den Kennels zu stehen und entscheiden zu müssen, wer raus darf und wer bleiben muss.

Aber leider ist unser Platz sehr begrenzt.

 

Vier Hunde waren bereits kastriert und durften direkt mit uns das Ecosal verlassen, der Rest wird nachfolgen.

Wir werden euch die Glücklichen selbstverständlich die nächsten Tage vorstellen.

 

Anschließend ging es wieder zum Baumarkt um Material zu kaufen für notwendige Reperaturen im Casa Noroc, wo wir dann den Nachmittag verbrachten. Wir haben Zäune geflickt, das Gelände auf Vordermann gebracht und selbstverständlich die Zeit mit unseren Hunden genossen.

Den Abend saßen wir zusammen mit unseren Freunden und Helfern vor Ort, deren Hilfe für uns hier in Rumänien unentbehrlich ist. Multumesc mult Bianca, Marlena und Leo

 

Leider geht es morgen nun auch schon wieder nach Hause. Wir verlassen Galati wie jedes Mal mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir kommen sicher wieder...